Essen im Zug in Japan: Ein Leitfaden für Feinschmecker auf Reisen
- Veröffentlicht am : 18/08/2026
- Von : Phoebe
- Youtube
Vorbei sind die Zeiten, in denen man auf dem Bahnsteig ein Dreieckssandwich hinuntergeschlungen hat! In Japan ist das Essen im Zug ein fester Bestandteil der Reise. Doch zwischen dem Verschwinden der Speisewagen, den Verhaltensregeln und dem Stress mit den vernetzten Kaffeemaschinen erfordert der Genuss eines Imbisses ein wenig Vorbereitung. Damit Sie mit vollem Magen und ungestörtem Geist reisen können, bietet Ihnen Japan Experience seinen Reiseführer für Feinschmecker an.
Das Ende des Speisewagens
Im Gegensatz zu vielen europäischen Zügen gibt es in Japan keine Speisewagen. Jahrzehntelang war die Fahrt mit dem Shinkansen (Hochgeschwindigkeitszug) wurde vom leisen Vorbeigleiten eines vom Personal geschobenen Servierwagens geprägt.
Seit 2023 hat die Bahngesellschaft JR Central den Servierwagen in der Standardklasse auf der Tokaido-Linie (der Hauptverkehrsachse Tokio–Nagoya–Osaka) offiziell abgeschafft . Künftig stehen die Speisen und Getränke nur noch den Fahrgästen im Green Car (Erste Klasse) kommen in den Genuss eines vergleichbaren Services: Sie können über einen QR-Code in der Nähe ihres Sitzplatzes Speisen und Getränke bestellen.
Man muss sagen, dass sich das Verhalten der Fahrgäste geändert hat, da fast alle Reisenden ihre Snacks mittlerweile vor dem Einsteigen kaufen.
Möchten Sie Japan mit dem Shinkansen erkunden? Dann sollten Sie sich die Bahnpässe ansehen, um ein paar Yen zu sparen!
Das Ekiben oder die Kunst, bei 300 km/h zu picknicken
Der Begriff „Ekiben“ setzt sich aus den Wörtern „Eki“ (Bahnhof) und „Bento“ (Lunchbox) zusammen und bezeichnet ein Bento, das man am Bahnhof kauft. Seit den Anfängen der Eisenbahn in Japan bieten diese Mahlzeiten die Möglichkeit, die Spezialitäten der durchquerten Regionen zu probieren.
Fast jeder Bahnhof hat seine eigene Spezialität (Fisch, Rindfleisch, Gemüse usw.), und die großen Bahnhöfe bieten eine schier unüberschaubare Auswahl. Der Bahnhof Tokio ist insbesondere für seine Ekiben bekannt, bei denen es Lunchboxen aus zahlreichen Regionen des Landes gibt!
Der Preis für eine Mahlzeit kann zwischen 1.000 und mehreren Tausend Yen für eine Gourmet-Variante (zum Beispiel mit Kobe-Rindfleisch)liegen . Manche Bento-Boxen sind sogar mit einem integrierten Heizsystem ausgestattet: Man zieht an einer Schnur, und wenige Minuten später ist das Bento warm.
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Kaufen Sie sich vor der Abfahrt etwas zu essen
Man muss nicht unbedingt ein Ekiben kaufen, um im Zug zu essen. Für eine Fahrt von ein paar Stunden reichen ein paar Onigiri, Obst oder Gebäck, die man vor der Abfahrt gekauft hat, völlig aus.
Das ist sogar die einfachste Lösung. An großen Bahnhöfen kann man sich in Konbini (Minimärkten) und Kiosken kurz vor dem Betreten des Bahnsteigs mit Proviant versorgen. Ketten wie NewDays sind sehr praktisch, da sie direkt in vielen JR-Bahnhöfen vertreten sind.
Man kann sich auch sein eigenes „Bento“ zusammenstellen. Ein Onigiri mit Lachs, ein paar Cracker, ein Dessert und ein grüner Tee ergeben eine leichte Mahlzeit, ohne dass man sich für eine komplette Lunchbox entscheiden muss.
Auch bei Abfahrten am frühen Morgen ist das eine gute Strategie: Konbini öffnen oft früher als andere Geschäfte. Wenn man sich also etwas zum Mitnehmen kauft, muss man nicht mit leerem Magen losfahren!
Der Fluch des „Ekiben“-Kaffees
Das ist die ultimative Falle, die auf den eiligen Reisenden lauert. Sie haben Ihr Ekiben unter dem Arm, Ihr Zug fährt in wenigen Minuten ab. Auf dem Bahnsteig entdecken Sie einen Kaffeeautomaten mit frisch gemahlenem Kaffee. Sie werfen Ihre Münzen ein, drücken den Knopf … und das digitale Display leuchtet auf und zeigt einen Countdown an: 01:30.
90 Sekunden lang mahlt die Maschine die Bohnen, spritzt heißes Wasser hinein und gießt die Flüssigkeit mit schweizerischer Präzision tropfenweise aus. Das Schauspiel ist faszinierend, doch dann fällt das Urteil: Der Shinkansen fährt in den Bahnhof ein. In Japan fährt ein Zug nicht mit zehn Sekunden Verspätung ab, um auf Sie zu warten. Die goldene Regel gilt uneingeschränkt: Kaufen Sie Ihren Kaffee mindestens zehn Minuten vor der Abfahrt oder verzichten Sie ganz darauf.
Essen im Zug: Was man beachten sollte
In einem Shinkansen oder einem Fernzug ist es völlig normal, zu essen und zu trinken. Dafür sind die Klapptische da, und das Ekiben ist ein fester Bestandteil des Erlebnisses.
In einem Nahverkehrszug oder in der U-Bahn sollte man das hingegen besser vermeiden. Die Waggons sind dafür ausgelegt, viele Fahrgäste zu befördern, und nicht dafür, jeden Sitzplatz in einen Esstisch zu verwandeln.
Das Prinzip ist letztlich ganz einfach: Je länger die Fahrt, desto eher wird das Essen akzeptiert. Wenn der Zug jedoch einer U-Bahn oder einem Nahverkehrszug ähnelt, lässt man sein Onigiri besser in der Tasche.
Denken Sie an IC-Karten und U-Bahn-Tickets für Ihren täglichen Weg zur Arbeit
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